Ehrenvorsitzender


Detlef Bojak & Jürgen Conrad, UB Vors.

Ehrenvorsitzender Detlef Bojak

 

Detlef Bojak, geboren am 6. August 1935 in Greulich/Schlesien, von Beruf Bauingenieur, trat im Januar 1964 in die SPD ein. Er gründete im gleichen Jahr den Ortsverein Jettenbach, und war viele Jahre der Vorsitzende. Zeitgleich gründete er im Unterbezirk Kusel die Arbeitsgemeinschaft der Jungsozialisten, die „Jusos“ genannt. Laut eines Dpa-Berichtes aus dieser Zeit, war er als Jungsozialist angetreten, den im Lande regierenden Christdemokraten das Fürchten zu lernen. Allerdings dauerte es dann noch über 20 Jahre, bis die SPD in Mainz an die Regierung kam. 1973 wurde Detlef Bojak mit 99 Ja- und 7 Nein-Stimmen zum Unterbezirksvorsitzenden gewählt, und hatte das Amt bis 1992 inne. Er stand somit 19 Jahre im Unterbezirk Kusel an erster Stelle. Sein besonderes Engagement auf kommunaler Ebene umfasste die Mitgliedschaft im Rat seiner Heimatgemeinde Jettenbach von 1964-2009. Über Jahre war er 2. bzw. 1. Beigeordneter. Nach der Verwaltungsreform mit Einführung der Verbandsgemeinden wurde er Mitglied in seiner Verbandsgemeinde Wolfstein von 1971-1974, dann von 1979-2005, davon 3 Perioden,  der Vorsitzende der SPD-Fraktion. Ebenso war er Mitglied des Kreistages und dies in acht Perioden von 1969-2009 davon 6 Perioden Vorsitzender seiner Fraktion. Am 18.5.1971 wurde er in den Landtag von Rheinland-Pfalz gewählt und behielt das Amt bis 1996, also 25 Jahre. Mit persönlichen Wahlergebnissen, meist über 50 %, war er zugleich der Wahlkreisabgeordnete. Vom „einfachen“ Mitglied in der 1. Wahlperiode, wurde er dann Vorsitzender des Arbeitskreises Landwirtschaft der Fraktion, dann Vorsitzender des Parlamentsausschuss Landwirtschaft. Es folgte die Wahl zum stellvertretenden Fraktionsvorsitzenden. Und 1991, als Rudolf Scharping eine SPD geführte Regierung bilden konnte, wurde er Vizepräsident des Landtages. Neben seinem Arbeitsschwerpunkt Landwirtschaft war er ebenfalls für den Politikbereich Städtebau und Wohnungswesen in seiner Fraktion verantwortlich. 20 Jahre in der Opposition, wurde sein Sach- und Fachwissen auch von den „Regierenden“ geschätzt. Wichtige gesetzgeberische Vorhaben in dieser Zeit waren für ihn insbesondere mehrmalige Novellen der Landes-Bauordnung, das neue Denkmalschutzgesetz und das damals richtungsweisende Gesetz zur Förderung von Spiel, Sport und Freizeit. Mit seinen Einzelinitiativen, von der Presse „König der kleinen Anfragen“ genannt, und einem umfänglichen Schriftwechsel mit den Ministerien, machte er den Regierenden zu schaffen. Von den rund 600 Plenarsitzungen in diesen 25 Jahren, hat er gerade mal an fünf Sitzungen gefehlt. Seine sonstigen ehrenamtlichen Tätigkeiten reichten von Mitgliedschaften in den Vereinen seiner Heimatgemeinde und Mitarbeit in Vereinen und Verbänden auf überörtlicher Ebene. So beispielsweise als Vorsitzender bzw. Präsident des Jugendherbergswerkes Landesverband Rheinland-Pfalz/Saarland über 17 Jahre und Vorsitzender der Lebenshilfe, Kreisverband Kusel. Als er 1996 in seiner Fraktion in Mainz verabschiedet wurde, meinte der damalige Fraktionsvorsitzende auch weiterhin auf seinen Rat nicht verzichten zu können. Heute, inzwischen über 80 Jahre alt, stellt er zwar fest, dass nie eine Nachfrage aus Mainz gekommen sei, trotzdem sein Rat und seine Mitarbeit anderweitig gefragt waren. Und niemand konnte ihn daran hindern, gefragt oder auch nicht, sich einzumischen. Jedenfalls wurde er am 29. April 2005 von den Delegierten seiner Partei im Unterbezirk Kusel zum Ehrenvorsitzenden ernannt und zugleich für sein parteiliches und öffentliches Engagement, seine Hilfsbereitschaft mit der Willy- Brandt-Medaille ausgezeichnet. Die vielen weiteren Auszeichnungen und Ehrungen bleiben dabei unerwähnt.